"Über Wissenschaftsfreiheit" - Vortrag von Elif Özmen

Über den Wert der Wissenschaft und der Wissenschaftsfreiheit herrscht gegenwärtig große Einigkeit, jedenfalls in freiheitlichen, säkularen, pluralistischen Demokratien. Uneinigkeit besteht dagegen bezüglich der Grundlagen, Gefährdungen und Grenzen akademischer Freiheitsrechte. Das zeigt sich eindrücklich in der anhaltenden, in Teilen auch polemischen öffentlichen Debatte um eine mutmaßliche Politisierung und Moralisierung der Wissenschaft. Diese, so heißt es, schränke nicht nur die Freiheit von Forschung und Lehre ein, sondern gefährde die wissenschaftliche Tätigkeit und ihre spezifische Diskurs- und Dissenskultur im Ganzen.
Der Vortrag macht deutlich, dass es in der öffentlichen Debatten gar nicht nur um Wissenschaftsfreiheit geht. Vielmehr werden auf dem Feld der Wissenschaft gesamtgesellschaftliche Normendiskurseausgetragen, darunter divergierende Vorstellungen davon, wozu Wissenschaft überhaupt gut ist, welche inneren Normen und Werte sie prägen, welchen äußeren gesellschaftlichen Zwecken und Interessen sie dient, von welchen sie sich frei halten muss und natürlich auch, wo die Grenzenakademischer Freiheiten liegen. Debatten über Wissenschaftsfreiheit sind, so die These, immer auch Debatten über die gesellschaftliche Legitimität und Funktion der Wissenschaft und daher immer auch politisch.
Elif Özmen ist seit 2016 Professorin für praktische Philosophie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie hat in Göttingen und Frankfurt Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und Deutsche Philologie studiert, gefolgt von der Promotion an der HU Berlin (2004) sowie der Habilitation an der LMU München (2010). Nach Vertretungsprofessuren in Hamburg und Regensburg war sie ab 2013 Professorin für praktische Philosophie an der Universität Regensburg.
Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der theoretischen Ethik, politischen Philosophie und der Wissensphilosophie. Hier insbesondere zu normativen Konstituentien der Demokratie, Theorien der Un-/Gerechtigkeit, der Ethik der Erinnerung, zu Evidenz und Ethos der Wissenschaft, Wissenschaftsfreiheit und zu Norm und Natur der menschlichen Lebensform.
Elif Özmen untersucht in ihren Arbeiten zur Wissenschaftsfreiheit, inwiefern Wissenschaft als eine durch Wahrheitsorientierung und Rationalität bestimmte Praxis verstanden werden kann und welche ethischen und politischen Implikationen sich daraus für ihre Freiheit ergeben.
Ab sofort können Sie sich für den Vortrag anmelden.
Wann:
08.10.2026, 17.30 Uhr
Wo:
1. OG des Dortmunder U, Leonie -Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund
Anmeldung:
Die Anmeldung ist hier unter dem Stichwort “Anmeldung Vortrag” bis zum 07.10.2026, 15 Uhr möglich.
Kontakt:
Stefanie Stüber, info.philosophie.ht@tu-dortmund.de
Programm:
17:30 Uhr: Beginn der Veranstaltung, kurze Begrüßung durch Prof. Dr. Katja Crone und Prof. Dr. Christian Neuhäuser
17:35 Uhr: Grußwort Prof. Dr. Maximiliane Wilkesmann, Prorektorin Diversität und Internationales
17:45 Uhr: Grußwort Prof. Dr. Claudia Gärtner, Dekanin der Fakultät Humanwissenschaften und Theologie
17:55 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Elif Özmen mit anschließender Diskussion
19:15 Uhr: Ende des Abendvortrags und anschließender Umtrunk mit Fingerfood und Gelegenheit zu Gesprächen im Dortmunder U





