Einladung zum philosophischen Institutskolloquium zum Thema „Riskante Kommunikation“

Am 19.05.2026 findet um 12 Uhr in der EF50, Raum 2.213, unser erstes philosophisches Institutskolloquium statt. Wir freuen uns sehr, einen Gastvortrag von Prof. Dr. Arnd Pollmann von der Alice Salomon Hochschule Berlin mit dem Titel „Riskante Kommunikation“ zu hören.
Riskante Kommunikation – Skizzen zu einem Buchprojekt
Zwischenmenschliche Kommunikation ist so unentbehrlich wie unwägbar. Menschen, die miteinander reden, nehmen eine unüberschaubare Vielzahl an Risiken in Kauf: Man missversteht sich, redet aneinander vorbei, trifft nicht den Ton, wird schnell persönlich, stößt andere vor den Kopf, gibt zu viel von sich preis, schafft sprechend unliebsame „Fakten“ usw. Oftmals sind es aber gerade diese Risiken, die der Kommunikation allererst Bedeutsamkeit und Tiefe geben. Diese Risiken sind nicht einfach nur unangenehme Begleiterscheinungen der Verständigung, sondern Voraussetzungen des Gelingens. Eine Kommunikation gelingt, wenn die viel größere Wahrscheinlichkeit, dass sie misslingt, abgewendet wird.
Aus Sicht einer Ethik der Kommunikation würde man oberflächlich annehmen, dass es wünschenswert wäre, wenn die Kommunikation häufiger als üblich gelingt. Denn Menschen leiden an dem vielfältigen Scheitern von Verständigung. Doch in der „Dramaturgie“ menschlicher Beziehungen – ähnlich wie auch im Theater, im Film oder Roman – ist gelungene Kommunikation nicht nur schwierig, sondern zugleich auch der Tod jeder Spannung. Das „leidenschaftliche“ Gespräch ist Ausdruck einer komplexen Verunsicherung: Verstehen wir uns überhaupt? Sind wir zu verschieden? Soll ich mich offenbaren? Was wird sich ändern, wenn ich XY sage? Wird es der Anfang oder das Ende von etwas ganz Großem sein? Kurzum: Eine Ethik der riskanten Kommunikation muss sich darüber klar werden, dass gelungene Kommunikation zugleich wünschenswert und nicht-wünschenswert ist.








